#1 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 18.07.2009 11:05

Aus dem Newsletter 2/2009 (Juni):


Nestor über die Mouches volantes: „Das Grundgerüst des Bildes“

Mouches volantes und ihre Bedeutung wurden je nach Zeit, Kultur und Persönlichkeit der Beobachterin oder des Beobachters verschieden interpretiert. Eine spirituell bedeutsame Ansicht über die Mouches volantes erfahren wir von Nestor dem Seher, bei dem ich gelernt habe und dessen Lehre ich im Buch „Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins“ festgehalten habe. In dieser neuen Rubrik soll jeweils ein entsprechender Auszug aus dem Buch präsentiert und erklärt werden.


„Ich erzählte Nestor von meinen Wahrnehmungen und verschwieg auch meine Befürchtungen nicht. Er beruhigte mich mit seiner üblichen Überzeugungskraft und bestätigte, dass er eine ganze Menge über das Phänomen wisse. Er sagte, er sehe es jeden Tag, seit Jahren.
»Und was tust du dagegen?« fragte ich.
»Dagegen tun?«
»Ja. Stören dich diese Dinger in deinem Blickfeld nicht?«
Nestor kratzte sich verständnislos am Kopf. »Wie könnten sie mich stören? Ich will sie ja sehen.«
»Dann sind die Trübungen also doch ein Teil der vollkommenen Restauration«, vermutete ich.
»Sie sind der Schlüssel zur vollkommenen Restauration«, korrigierte er. »Du solltest sie bewusst sehen üben. So wie du das Nachbild sehen übst.« Nestor ging in die Küche und setzte Teewasser auf.
»Ich bin mir nicht sicher. Ich habe das Gefühl, dass ich sie vermehre, indem ich auf sie schaue.«
»Ja, es werden mehr von diesen Punkten und Fäden sichtbar, je öfter du dich darauf konzentrierst«, bestätigte Nestor. Anscheinend beunruhigte ihn dieser Gedanke nicht, mehr noch: dem Klang seiner Stimme entnahm ich, dass es sogar erstrebenswert sei, sie sichtbar zu machen und zu vermehren.
»Ich will aber nicht, dass sich ihre Zahl vermehrt«, wehrte ich mich. »Ich will sie nur weghaben: Sie schränken meine Sicht ein, sie lenken mich von der Wahrnehmung der Welt ab – vielleicht rauben sie mir letztlich sogar das Augenlicht.«
Nestor zog die Brauen zusammen und verneinte, so als hätte ich etwas Törichtes gesagt. Er erwiderte, die Punkte und Fäden würden niemandem das Augenlicht nehmen.
»Sie sind das Grundgerüst des Bildes«, wusste er. »Das, was bleibt, wenn sich deine kleine Welt im Bild aufgelöst hat.«
»Ein paar Trübungen in den Augen nennst du das Grundgerüst des Bildes?« rief ich, fassungslos wegen seiner Naivität.
»Es sind keine Trübungen in den Augen«, konterte er. »Es sind Punkte und Fäden, die leuchten. Nur bist du noch zu weit davon entfernt um das Licht in ihnen wahrzunehmen. Das kommt noch.«“

Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Kapitel „Mouches volantes“, S. 186f.


Bereits in einem der ersten unserer Gespräche über diese Punkte und Fäden hat sich Nestor für eine ganz eigene, scheinbar irrationale Interpretation der Mouches volantes ausgesprochen. Diese Interpretation liess ihn auf eine Art und Weise handeln, die völlig im Gegensatz zum Handeln der meisten anderen Menschen steht. Wenn Menschen sich mit ihren Mouches volantes zu beschäftigen beginnen, dann häufig deswegen, weil sie sie weghaben wollen. Nestor hingegen will sie sehen. Denn für ihn sind die das „Grundgerüst des Bildes“, also so etwas wie eine „höhere Wirklichkeit“, die direkt gesehen werden kann; Mouches volantes sind also das, was das „Bild“ (unsere sinnlich erfahrbare Welt) im Innersten zusammenhält. Hier spricht Nestor bereits einen zentralen Punkt seiner Lehre an: Mouches volantes lassen sich nicht ohne weiteres als „höhere Wirklichkeit“ erkennen, sondern erst infolge einer visuellen Veränderung. Diese Veränderung findet analog zur „vollkommenen Restauration“ (Bewusstseinsentwicklung) statt und beinhaltet zwei Aspekte: Einerseits wird die Zahl der Mouches volantes zunehmen, andererseits ihre Leuchtkraft. Und: diese Entwicklung braucht Zeit ...

#2 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 03.08.2009 12:53

Eine weitere Ausgabe von "Nestors Wissen über Mouches volantes", auf: http://www.mouches-volantes.com/news/newsaugust2009.htm

Die äusseren Umstände des Sehens

„Nestor begann mir anschliessend das Wesen der Punkte und Fäden zu erläutern. Das Wichtigste war für ihn, dass wir lernen können, einen Einfluss auf sie auszuüben.
»Anfangs fliessen die Punkte und Fäden unwillkürlich in deinem Bild, und es scheint beinahe unmöglich, sie richtig zu sehen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf sie richten wollen, müssen wir deshalb ein feines Gefühl in den Augen entwickeln, so dass wir sie in unserem Bild umherschieben können, ohne sie gleich wieder zu verlieren. Wie beim Sehen des Bildes und der Nachbilder geht es letztlich darum, sie festzuhalten um zu erkennen, was sie im Grunde sind.«
Nestor erklärte weiter, dass die Lichtverhältnisse dabei eine grosse Rolle spielten. Es sei schwieriger, die Punkte zu sehen, wenn der Himmel grau und trüb ist. Und in der Nacht könne ich sie höchstens im Licht einer Kerze oder einer Glühbirne sehen. In dieser Schneelandschaft dagegen seien sie sehr gut sichtbar, denn der Schnee reflektiere das Licht, so dass alles hell und klar werde. Schliesslich riet er mir, sie bei Tageslicht sehen zu üben, am besten wenn ich in den blauen Himmel blicke.“

Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Kapitel „Mouches volantes“, S. 189.


Für Nestor sind Mouches volantes ein Phänomen, dessen subjektive visuelle Erscheinung sowohl von äusseren materiellen wie von inneren geistigen Umständen abhängt. Hier erklärt der Seher, was im Äusseren beachtet werden muss: Für unerfahrene Beobachter scheinen sich die Mouches volantes unkontrollierbar chaotisch zu bewegen und sich so dem Blick darauf zu entziehen. Es braucht „ein feines Gefühl in den Augen“, um sie allmählich zu zähmen und nach unserem Willen im Bild zu bewegen. Dieses ist nur durch regelmässige Sehpraxis zu entwickeln – es ist eine Bewusstwerdung des Zusammenspiels von Augenbewegung und Fliessverhalten der Kugeln und Fäden. Mit dem Begriff des „Festhaltens“ klingt Nestor bereits eine Praxis an, die über die mechanischen Augenbewegungen hinausgeht und verschiedene Bewusstseinszustände der Beobachterin oder des Beobachters umfasst (dazu in späteren Newsletter-Ausgaben mehr).

Als zweiter äusserer Umstand des Sehens nennt Nestor die Lichtverhältnisse. Mouches volantes erscheinen heller und klarer, wenn genügend äusseres Licht ins Auge fällt. Zwar vertritt Nestor die Ansicht, dass die Kugeln und Fäden der Bewusstseinsstruktur auch im Dunkeln gesehen werden können (als farbige Lichtpunkte, aus wissenschaftlicher Sicht meint er möglicherweise das Phänomen der Phosphene). Doch für die Praxis des Sehens eignet sich Tageslicht, wie erwähnt, am besten.

#3 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von cony 27.11.2009 17:24

Hallo zusammen,
Eine Krankheit wie Mouches volantes Philosophie?
Über solche Krankheiten gibt es nicht zu philosophieren, die ist eine Tatsache! Man könnte auch philosophieren warum ein Einäugige nur aus einen Auge sieht und nicht aus zwei.

Ich bin von Mouches volantes "nur Einseitig" betroffen und darüber brauche ich nicht zu philosophieren ich sehe doch was ich sehe und das ist nicht nur störend sondern ist sehr hinderlich.

Warum die Herren Augendoktoren, falls Brillenträger, ihre Brille nicht nur auf eine Seite putzen und sich dann beschweren nur auf eine Seite gut zu sehen! Brillen kann man putzen ich mein Auge nicht!
Gerade in dieser Jahreszeit wenn ich durch di Gegend marschiere habe zwei Sichtfelder vor mir ein klares und ein getrübtes Bild.
Ja, ich sollte doch zum Psychiater gehen damit ich mich, für viel Geld, einreden lassen kann ich sehe alles klar oder alles trüb.
Wie gelesen und auch aus eigener Erfahrung man muss zwischen statische und dynamische Auswirkung der Krankheit unterscheiden. (ähnlich wie bei der Schneekugel)
Der Augenarzt kann nur über den statischen Zustand beurteilen. Ja beim Augenarzt werden meine Augen in Ruhezustand untersucht!
Herzkranke oder... werden auch unter Belastung untersucht und werden nicht im Schlafzustand diagnostisiert.

Aus Betrofeneratschläge ist z. B. zu lesen: Abhilfe eine dunkle Sonnenbrille zu tragen!!! ist doch quatsch, ich will doch in Winter keine Sonnenbrille tragen.
Ich schlage eher vor, für mich, eine Piratenbinde zu tragen.

Frage: Hat jemanden schon mal beim Sozialgericht versucht auf Invaliditätsprozente?
Wenn ja, mitwelchem erfolg.
Danke und Grüße
Cornelio Leonardi Stuttgart
#4 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 30.11.2009 14:31

Lieber Cornelio,

zunächst einmal: herzlich willkommen im Forum.

Ich bedaure, dass du deine MV als störend erlebst. Ob wir vom selben sprechen oder nicht, kann ich aufgrund von deinem Beitrag nicht beurteilen.

Mit deiner Haltung, MV seien eine Krankheit, wärst du vermutlich in anderen Foren besser aufgehoben, wo über medizinische Lösungen vs. MV diskutiert wird.

Hier versuchen wir, durch Nachdenken und Beobachten die harmlosen, nicht behandelbaren MV sinnvoll in unser alltägliches und spirituelles Leben zu integrieren.

Ich finde aber gut, dass du nicht allen Ratschlägen folgst, die man dir vs. MV beibringen will. Wenn es keine tatsächlichen Trübungen im Glaskörper sind, sind Ärzte, Sonnenbrillen und auch Invaliditätsprozente m.E. nicht die Lösung - die tiefgehende Auseinandersetzung mit der eigenen Welt- und MV-Wahrnehmung dagegen kann schon helfen.

Ich wünsche dir alles Gute!

#5 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 30.11.2009 14:34

Nestors Wissen über Mouches volantes
(http://www.mouches-volantes.com/news/newsdezember2009.htm#3)


Der energetische Ursprung der Punkte und Fäden

»Nichts am Menschen entwickelt sich unabhängig von seiner Lebensführung. Weder die grauen Haare, noch die Falten, noch die Punkte und Fäden«, erwiderte er. »Wenn viele Menschen diese Punkte und Fäden wahrnehmen können, dann bedeutet das eben, dass sie bereits einen gewissen inneren Druck in sich entwickelt haben. Vielleicht haben sie das nicht bewusst und gezielt getan. Aber wer einigermassen natürlich lebt und seine Kräfte nicht völlig idiotisch verpufft, bei dem wird sich der innere Druck im Laufe seines Lebens ein wenig erhöhen. Dazu kommt, dass manche Menschen von Geburt an über mehr inneren Druck und ungebundene Energie verfügen als andere. Das ist der Grund, warum einige Leute die Punkte und Fäden zum Teil schon in ihrer Jugend sehen können – wenn sie darauf achten.
Bei dir aber war das nicht der Fall. Als du hierher kamst, da fehlte dir jeglicher innerer Druck. Vielleicht hättest du die Punkte erst im Alter von sechzig oder siebzig Jahren gesehen – wenn überhaupt. Durch die Übungen jedoch ist es dir gelungen, diese Entwicklung innerhalb weniger Jahre zu durchleben.«

aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Kapitel "Mouches volantes", S. 196f.



Wie kommt es, dass wir Mouches volantes sehen? Nestor beantwortet diese Frage, indem er auf die Vorstellung von „Energie“ und von „innerem Druck“ zurückgreift. Wie andere spirituelle Lehrer ist auch Nestor der Ansicht, dass das Leben durch das Wirken einer universellen Lebenskraft oder Lebensenergie entsteht und erhalten wird. Diese Kraft hat viele Namen, wir kennen sie vielleicht als „Lebensatem“, „Odem“, „Prana“, „Chi“ etc. Diese Kraft bewegt sich in uns drin und durch uns hindurch. Wenn sie in unserem Körper frei fliessen kann, sind wir gesund und lebensfreudig. Stösst der Energiefluss hingegen auf Blockaden, können Krankheiten entstehen. Mit der Lebenskraft verbindet Nestor die Erfahrung des „inneren Drucks“. Innerer Druck entsteht, wenn durch eine entsprechende Lebensweise mehr Energie im Körper angesammelt wird, als wegfliessen kann. Körperliche und geistige Übungen transformieren das energetische Potential dieses Drucks in geistige Energie. Diese Energie kann zu aussergewöhnlichen kreativen Leistungen in den Bereichen der Körperbewegung, des Denkens oder des Liebens führen. Die höchste Kunst ist gemäss den Sehern jedoch das selbstlose Verschenken dieser Energie an alle und alles im „Bild“, wie es mit besonderer Intensität bei der Ekstase geschieht. Dieses Verschenken führt zur Wahrnehmung von subjektiven visuellen Phänomenen, die uns z.T. unbekannt, z.T. aber bekannt sind, wie etwa die so genannten Mouches volantes.

Nestor und die Seher erklären damit, wie es sein kann, dass jemand auch ohne besondere Übungen oder Absichten die Punkte und Fäden im Blickfeld sehen kann, auch wenn er sich deren Bedeutung noch nicht bewusst ist. Denn durch die Jahre hinweg wird der Energiefluss im Menschen normalerweise erhöht, zunächst durch das körperliche Wachstum, dann auch durch prägende Erlebnisse und zunehmende Lebenserfahrung – als Ausdruck davon können wir beispielsweise die mit dem Alter zunehmende Sicherheit, Bedächtigkeit und Selbstbewusstheit in unterschiedlichen Lebenslagen verstehen. Der vermehrte Energiefluss intensiviert unsere Sinnesempfindungen, darunter auch den inneren Sinn (analog dem dritten Auge), mit welchem wir feinstoffliche Objekte erkennen können. Dieser Energieumwandlungsprozess findet also jederzeit statt, und die Entwicklung von milden Formen von subjektiven visuellen Erscheinungen ist entsprechend normal und weit verbreitet. Was die Seher „Bewusstseinsentwicklung“ oder „Aufbau des inneren Drucks“ nennen, ist nun eine gezielte Intensivierung und Beschleunigung dieses Prozesses. Unter anderem zeigt sich dies in einem erweiterten Sehen der Mouches volantes – Mouches volantes, die sich jetzt als eine leuchtende Bewusstseinsstruktur erkennen und erfahren lassen.

#6 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 19.02.2010 11:50

Und wieder ein Auszug aus dem Buch:

Die Punkte und Fäden als Ausdruck des Bewusstseins:


»Wenn ich gewusst hätte, dass mir deine vollkommene Restauration solche Teilchen im Auge beschert, hätte ich mich auf keinen Fall darauf eingelassen«, höhnte ich.
»Betrachte sie nicht als Teilchen im Auge«, gab er zurück. »Das ist die Erklärung von Menschen mit einer materialistischen Weltanschauung. Natürlich kommen die auf nichts anderes als auf Teilchen im Auge. Betrachte deine Punkte und Fäden stattdessen als Ausdruck des Bewusstseins.«
»Bewusstsein? Letztes Mal sagtest du, die Mouches volantes seien das Grundgerüst des Bildes.«
»Das sind sie auch: Die Punkte und Fäden sind Ausschnitte eines Gerüstes, oder besser: einer Struktur. Und diese Struktur ist das Bild ohne die kleine Welt, sozusagen das nackte Bild – deshalb nenne ich sie Grundstruktur; was wir kleine Welt nennen, entsteht und vergeht an den Rändern dieser Struktur.
Aber letztlich ist es das Bewusstsein, welches diese Grundstruktur bildet. Wenn du sie also kennst, so kennst du nicht nur den Aufbau des Bildes und damit auch den Ursprung aller Dinge in deiner kleinen Welt; sondern du wirst auch das Bewusstsein, also dich selbst besser verstehen.«

Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, Kapitel „Mouches volantes“, S. 190f.



Nestor gibt uns hier einen Einblick in sein Denken über die Natur und den Aufbau der Welt und des Kosmos: Er versteht die Schöpfung als eine Abfolge von unterschiedlichen Zuständen des Bewusstseins. „Bewusstsein“ scheint für ihn das Prinzip zu sein, das in reiner Form ohne ein anderes auskommt, in sich ruht, sich selbst genügt. Da unser innerstes Wesen letztlich „Bewusstsein“ ist, sind wir es, die in jedem Moment den Kosmos entfalten. In dieser Entfaltung verdichtet sich Bewusstsein zu Formen, zu einer Struktur aus Kugeln, die in Röhren miteinander verbunden sind. Nestor nennt sie die „Grundstruktur“. Diese Struktur ist wiederum dynamisch und schöpferisch: Das Bewusstseinslicht, das durch sie hindurchfliesst, verdichtet sich an ihren Rändern und wird dort zu denjenigen festen und vereinzelten Einheiten, die wir als Gedanken, Gefühle und als die Körper der belebten und unbelebten Natur kennen. Alle diese verfestigten Gebilde sind in ihrem Kern nicht verschieden von Bewusstsein; sie sind nur ein verdichteter Ausdruck davon.

Die Seher sind der Ansicht, dass dieser Schöpfungsprozess durch eine geeignete Lebensweise und körperliche und geistige Übungen sozusagen umgedreht werden kann. Was wir als MV kennen, stellt für sie erste Aspekte dieser leuchtenden Grundstruktur dar. Durch die Konzentration und Meditation auf diese Struktur wollen sie Bewusstsein in seiner reineren Form leben und erleben. Dabei gehen sie den „Weg in der Leuchtstruktur“, d.h. sie reduzieren in ihrem geistigen Fortschreiten zunehmend die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur – bis sie Bewusstsein durch eine einzige Kugel wahrnehmen können, welche für sie die Quelle der Schöpfung und gleichzeitig die Quelle der Selbsterkenntnis darstellt.

Für Nestor und die Seher sind diese Vorstellungen über die Entwicklung des Kosmos ein Resultat ihres Sehens der Leuchtstruktur. In diesem Abschnitt sagt Nestor jedoch indirekt, dass das Sehen der Leuchtstruktur wiederum ein Resultat von etwas anderem ist, nämlich von unserer Weltanschauung. Dies sind unsere tiefsten Überzeugungen, was die Welt und unser Leben darin ist und wie sie funktionieren. Wenn wir die Anschauung haben, dass die Phänomene des Lebens und des Kosmos nichts weiter sind als natürliche und materielle Prozesse, dann wird uns die augenheilkundliche Erklärung der MV zufrieden stellen, und es gibt keinen Grund für uns, diese Punkte und Fäden näher zu beobachten. Wenn wir sie jedoch als Ausdruck des Bewusstseins annehmen, dann eröffnet sich uns die Chance, die Aussagen der Seher an uns selbst nachzuvollziehen.

Dies ist wohl das Paradox einer jeden Art von Erkenntnisstreben: Man muss erst annehmen und glauben, bevor man wissen kann.

Quelle:
http://www.mouches-volantes.com/news/newsfebruar2010.htm#3

#7 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 19.06.2010 09:25

Die Punkte und Fäden als Ausdruck des Bewusstseins II:

»Wer die Punkte und Fäden sieht, sollte sie als Ausdruck einer persönlichen Veränderung akzeptieren, nicht als Ursache seines Unglücks verfluchen. Es reicht nicht, die eigenen Ängste einfach auf die Punkte und Fäden zu projizieren und zu glauben, die Welt käme wieder in Ordnung, sobald sie weg sind. Wem die Punkte und Fäden Angst machen, der soll sie so lange sehen, bis seine Angst verschwunden ist; wer wissen will, was sie sind, soll sich so lange auf sie konzentrieren, bis er weiss, was sie wirklich sind.«

Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, Kapitel „Mouches volantes“, S. 190f.


Bewegliche Punkte und Fäden im Gesichtsfeld – was nun? Die obige Aussage von Nestor ist eine Antwort auf diese Frage. Die üblichen Reaktionen von Menschen in unserer Gesellschaft auf die Mouches volantes sind uns mittlerweile bekannt: die meisten ignorieren oder akzeptieren sie, ohne sich weiter darum zu kümmern; einige Menschen jedoch stören sich so sehr daran, dass sie medizinischen Rat oder sogar chirurgische Massnahmen in Anspruch nehmen.

Für alle, die sich über ihre Punkte und Fäden beunruhigen, wartet Nestor mit einem alternativen Vorschlag auf, der auf seiner seherischen Erfahrung beruht. Dieser Vorschlag beinhaltet zwei Aspekte: Zum einen braucht es eine Geisteshaltung, die zunächst einfach den Umstand zur Kenntnis nimmt, dass sich im eigenen Sehfeld etwas verändert hat. Es geht also darum, Mouches volantes als Ausdruck einer faktischen Veränderung zu sehen, ohne bereits zu werten, ob dies nun gut oder schlecht sei. Nestor ist hier der Ansicht, dass nicht die Mouches volantes die Ursache von Ängsten, Unmut (oder auch von Freude) sind, sondern dass diese Gefühle bereits in uns sind und Mouches volantes (neben anderen Dingen im Leben) nur eine Projektionsfläche dafür darstellen. Dies ist der Grund, weshalb niemand ein angstfreieres Leben führen würde, dessen Mouches volantes von heute auf morgen verschwunden wären.

Umgekehrt, und dies ist der zweite Aspekt von Nestors Vorschlag, kann die Arbeit mit den Punkten und Fäden im Gesichtsfeld sogar den negativen Gefühlen entgegenwirken. Dies soll durch das ausgedehnte und regelmässige Schauen oder Konzentrieren darauf erreicht werden. Dieselbe Übung soll zudem zur Erkenntnis dessen führen, was Mouches volantes „wirklich sind“. Die Befreiung von Angst und der Gewinn an Erkenntnis durch das Sehen der Punkte und Fäden scheint unverständlich. Sinn macht diese Aussage dann, wenn wir, wie Nestor es tut, das Sehen als eine Art der Meditation mit offenen Augen verstehen. „Sehen“ bedeutet ein ununterbrochenes Wahrnehmen, was keinen Raum für angsterzeugende Gedanken und Bewertungen lässt; zudem soll diese innere Stille intuitive Einsichten über den Meditationsgegenstand fördern.

#8 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 13.09.2010 09:40

Der innere Sinn
Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, Kapitel „Mouches volantes“, S. 199.

»Um zu erkennen, was diese Struktur wirklich ist, braucht es mehr als nur die körperlichen Augen: Es braucht den inneren Sinn«, erklärte er. »Der innere Sinn ist wie ein inneres Auge. Ein Mensch, der seinen inneren Sinn vollständig ausgebildet hat, ist ein Seher. Er hat seinen inneren Sinn ausgebildet, indem er sich immer wieder auf seine Grundstruktur konzentriert hat; denn in dem Augenblick, wo er sich vollkommen auf diese konzentriert, zieht er die Energie aus seinen äusseren Sinnen ab und leitet sie in den inneren Sinn.«

Nestor gibt hier eine Antwort auf die Frage, wie wir die Mouches volantes wahrnehmen können. Für unser Alltagsverständnis gibt es da keine Frage: Wir sehen die Punkte und Fäden mit unseren Augen. Für Nestor jedoch kommt zum körperlich-visuellen Sehen noch eine weitere Dimension der Wahrnehmung hinzu: das Sehen mit dem „inneren Sinn“. Dies steht im Einklang mit bestehenden spirituellen Vorstellungen, wonach wir Menschen eine Wahrnehmung entwickeln können, die über die körperliche Sinneswahrnehmung hinausgeht (vgl. die Rubrik „Lesertipp“). Es ist eine feinstoffliche Wahrnehmung, die feinstoffliche Phänomene registriert. Die wohl bekannteste und am häufigsten verwendete Metapher hierfür ist das „dritte Auge“. Nestor spricht von einem „inneren Sinn“. Dieser innere Sinn steht in Wechselwirkung mit den „äusseren Sinnen“ wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Nach der Energielehre der Seher verbraucht unsere Sinnestätigkeit Energie. Das Zurückziehen der Sinne von den weltlichen Sinnesobjekten, wie es in der Meditation praktiziert wird, schränkt diesen unablässig stattfindenden Energieverbrauch zeitweilig ein. Die freigewordene Energie wird umgeleitet, oft verstärken sich Fühlen und Denken. Um den inneren Sinn zu entwickeln wird die Konzentration auf ein inneres Meditationsobjekt gerichtet. Dies kann beispielsweise ein Gedanke, ein inneres Bild oder ein innerer Klang sein.

Die Seher empfehlen, die Aufmerksamkeit in dieser meditativen Situation auf innere visuelle Phänomene zu lenken, d.h. auf entoptische Erscheinungen wie Mouches volantes. Durch die Konzentration auf Mouches volantes wird der innere Sinn entwickelt, und durch die Verbindung des inneren Sinns mit dem Sehsinn intensivieren sich die feinstofflichen Objekte des inneren Sehens. Die oder der Übende nimmt Mouches volantes mit der Zeit anders wahr als Menschen, die ihre Punkte und Fäden lediglich mit den fleischlichen Augen betrachten. Deshalb ist Nestor der Ansicht, dass sich die wahre Natur der Mouches volantes nur denjenigen enthüllt, die sie mit Hilfe des inneren Sinns sehen.

Diese Interpretation der Seher geht vom Sehen aus: Das Sehen der Mouches volantes gibt den Sehern Aufschluss darüber, wieweit sie ihren inneren Sinn bereits ausgebildet haben. In meinem zweiten Buch werde ich eine Konstellation von Mouches volantes beschreiben, die zu sehen für die Seher um Nestor bedeutet, den inneren Sinn „vollkommen“ ausgebildet zu haben und somit ein „Seher“ zu sein.

#9 Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 18.05.2007 11:10

Hallo!

Für Nestor ist das Bewusstsein bzw. Energie sehbar. Bewusstsein, sagt er, bildet eine Struktur, und diese Struktur können wir Menschen in Form von Punkten und Fäden sehen.

Die wohl bezeichnendste und eigenwilligste Aussage in diesem Zusammenhang ist, dass viele von uns diese Punkte und Fäden bereits sehen: es ist das Phänomen, das in der Augenheilkunde als eine harmlose Art von "Mouches volantes" bezeichnet wird.

Für Nestor handelt es sich nicht um eine Verklumpung von Glaskörperstrukturen, sondern um einen „Ausdruck des Bewusstseins“, bzw. um „erste Erscheinungen deines Bewusstseins“ oder um „erste Teile der Bewusstseinsstruktur“.

Wie kommt Nestor zu dieser Aussage?

Er bewegt sich ausserhalb der wissenschaftlichen Erklärungsweise. Seine Vorannahmen/Weltanschauung und Methoden zur Erkenntnisgewinnung unterscheiden sich erheblich von denjenigen der Wissenschaft. Folgerichtig unterscheiden sich auch seine Erkenntnisse über die Mouches volantes.

Was sind seine Erkenntnisse?

Die subjektive Erkenntnis von Nestor geht auf seine Fähigkeit des „Sehens“ zurück. Damit ist ein Vorgang gemeint, der visuelle Erkenntnis, „direktes“ Wissen (im Sinne von Gewissheit) und ekstatisch-prickelndes Fühlen in sich vereint. Sehen ist einerseits mit der Wahrnehmung der Mouches volantes verbunden, anderseits mit einer erhöhten Aufmerksamkeit bzw. einem erweiterten Bewusstsein. Anders gesagt: Sehen geht einher mit der Fähigkeit, „bewusst sein zu können“, was unmittelbare Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Punkte und Fäden hat.

Welches ist die Weltanschauung, die sich aus Nestors Erkenntnis ergibt?

Die im Sehen erfahrene Analogie („alles ist ähnlich und entspricht sich“) und Sympathie („alles ist miteinander verknüpft“) wird von Nestor auf die sprachliche Ebene übertragen. Und das geht so: Aus den Erfahrungen „Sehen bedingt ein erweitertes Bewusstsein“ und „Sehen bedingt die Wahrnehmung der Mouches volantes“ erfolgt die Vereinigung der beiden: „Mouches volantes sind eine Erscheinung des Bewusstseins“.

Analogie und Sympathie prägen auch Nestors Weltanschauung: Alles ist eins, alles ist miteinander verbunden, alles kann in jedes überführt werden. Der Urgrund allen Seins ist „Bewusstsein“, und aus Bewusstsein entwickelt sich alles andere:

„Bewusstsein“ wird vorgestellt als eine leuchtende Kugel. In der Entstehungsabfolge des Kosmos bildet diese „Bewusstseins“-Kugel weitere Kugeln aus sich heraus, welche, aneinandergereiht, eine Grund- bzw. Leuchtstruktur bilden. Diese Leuchtstruktur kanalisiert Energie, die sich an den Rändern ablagert und erstarrt – und jene Materie bildet, die wir als unsere sinnlich erfahrbare Welt kennen. Diese Struktur können wir Nestor zufolge wahrnehmen: Es sind jene Punkte und Fäden, die wir als Mouches volantes kennen. Somit sind Mouches volantes „eine durch das Bewusstsein entstandene Grundstruktur“.

Was bedeutet das alles?

Das bedeutet, dass wir mit unseren Mouches volantes etwas Besonderes haben. Und dass die Erfahrung des Transzendenten nicht etwas völlig Unzugängliches ist. Zunächst ist es das, was uns Mystiker wie Nestor lehren.

Floco

http://www.mouches-volantes.com
http://www.bewusstsein.ws
#10 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von New-Indigo 23.03.2008 15:22

Fabelhafte Schilderung. MV entwickelte sich in meiner Jugend, nachdem ich Spukerscheinigungen leibhaftig erleben durfte und sich dadurch meine gesamte Weltanschauung änderte. Obwohl ich noch nie was von MV gehört hatte, war es mir klar das es eine Begleiterscheinung im Entwicklungsprozess ist. Umso schöner wenn man diese Zeilen als Bestäitgung des eigenen Gefühls liest.

Alles erdenklich Gute weiterhin.
#11 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Momo2 27.03.2008 10:59

Hallo New-Indigo,

wäre doch schön, wenn du über deine Erfahrungen spezieller berichten könntest. Aber nur, wenn es dir nix ausmacht .

Jeder erlebt doch anderes und ein Austausch ist daher sehr nützlich.


Liebe Grüße
Momo2
#12 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 19.03.2009 18:22

Eine Frage zur Lehre von Nestor, die ich hin und wieder zu hören/lesen kriege ist folgende:

Wenn MV tatsächlich eine Leuchtstruktur sind und sich durch die aktive gelebte Spiritualität entwickeln - wie kommt es dann, dass so viele Leute sie sehen? Gerade auch Menschen, denen man zumindest äusserlich keine bewusste spirituelle Entwicklung ansehen kann ...??

Ich habe diese Frage vor Jahren Nestor gestellt, und seine Antwort war folgende (Zitat aus "Mouches Volantes, S. 196f.):

"Nichts am Menschen entwickelt sich unabhängig von seiner Lebensführung. Weder die grauen Haare, noch die Falten, noch die Punkte und Fäden«, erwiderte er. »Wenn viele Menschen diese Punkte und Fäden wahrnehmen können, dann bedeutet das eben, dass sie bereits einen gewissen inneren Druck in sich entwickelt haben. Vielleicht haben sie das nicht bewusst und gezielt getan. Aber wer einigermassen natürlich lebt und seine Kräfte nicht völlig idiotisch verpufft, bei dem wird sich der innere Druck im Laufe seines Lebens ein wenig erhöhen. Dazu kommt, dass manche Menschen von Geburt an über mehr inneren Druck und ungebundene Energie verfügen als andere. Das ist der Grund, warum einige Leute die Punkte und Fäden zum Teil schon in ihrer Jugend sehen können – wenn sie darauf achten. ..."

#13 Re: Philosophie - Mouches volantes als leuchtende Bewusstseinsstruktur von Floco 13.12.2010 20:26

Die Anziehungskraft in der Leuchtstruktur

»Du bist hier mit derselben starken Kraft konfrontiert, die dich auch an der richtigen Wahrnehmung des Bildes als ein Ganzes und der Nachbilder hindert«, erklärte er darauf. »Es ist die Anziehungskraft, die deine Punkte und Fäden nach unten zieht. Diese Fäden sind wie kleine Zweige, die du in die Luft wirfst: Sie werden von der grösseren Masse des Bodens angezogen. So schleuderst du auch deine Punkte und Fäden durch Augenbewegungen immer wieder nach oben, wobei diese von der grösseren Masse der Grundstruktur angezogen werden.«

Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, Kapitel „Mouches volantes“, S. 201f.

Einer der augenfälligsten Aspekte unserer Mouches volantes ist ihre Beweglichkeit. Wann immer wir sie sehen wollen und unseren Blick darauf richten, verschwinden sie aus unserem Sehzentrum. Auch wenn wir die Augen ruhig halten, bleiben sie nicht einfach still, sondern fliessen gemächlich nach unten bis wir sie nicht mehr sehen können.

Warum dieses Wegsinken nach unten? Die Seher um Nestor haben dafür zwei Erklärungen, die sich gegenseitig ergänzen. Die im obigen Zitat genannte ist eher naturwissenschaftlicher Art: Mouches volantes sinken nach unten, weil sie von der Anziehungskraft der Materie beeinflusst werden. Interessanterweise argumentieren Seher und Augenärzte hier ganz ähnlich. Die augenheilkundliche Erklärung geht davon aus, dass Mouches volantes Verklumpungen im Auge sind, die durch die Schwerkraft der Erde angezogen werden. Diese Erklärung geht insofern nicht auf, als sie die Umkehrung des Netzhautabbildes ausser Acht lässt – denn Teilchen, die im Glaskörper nach unten sinken, müssten die Betrachtenden subjektiv aufsteigen sehen, was das Argument der Anziehungskraft disqualifiziert (vgl. News 1/10). Wenn die Seher in Bezug von Anziehungskraft der Materie sprechen, anerkennen sie ebenfalls, dass Mouches volantes eine bestimmte Form (wie fein auch immer) von Materie sind. Um die physiologische oder irdische Verortung kümmern sie sich indes nicht. Da die Seher die sinnlich erfahrbare Welt als Emanation der Leuchtstruktur verstehen, ist die Anziehungskraft, die in der Struktur wirkt, möglicherweise als eine Art Urbild der Anziehungskraft der Erde zu verstehen.

Gemäss der seherischen Erfahrung von Nestor können wir einen Weg in dieser Struktur zurücklegen, der von einer grösseren Zahl von Kugeln und Fäden zu einer Konstellation von wenigen Kugeln führt. Diese Erfahrung besagt also, dass in den unteren Regionen der Leuchtstruktur mehr Masse existiert, welche die oberen Kugeln und Fäden anzieht. Damit verbindet sich die zweite Vorstellung in Bezug auf die Anziehungskraft in der Leuchtstruktur: Sie kann durch unser Bewusstsein überwunden werden. Dies kann auf mehrere Arten geschehen: durch das Vordringen in weiter entfernte Bewusstseinsschichten, unserer Quelle bzw. Mitte entgegen; durch einen Schub an Energie, beispielsweise durch den längeren entspannten Aufenthalt an der Sonne; und nicht zuletzt durch eine entsprechende Lebensweise, die der Vermehrung von Energie und der Beweglichkeit durch die Bewusstseinsschichten hindurch förderlich ist. Das Herunterfliessen der Punkte und Fäden widerspiegelt das, was mit unserem Bewusstsein geschieht – es tendiert zu jedem Zeitpunkt nach „unten“ wegzusinken, d.h. in den Tagtraum, die Zerstreutheit, letztlich die Bewusstlosigkeit. Die Anstrengung, bewusst und präsent im Hier und Jetzt zu sein hingegen ist nichts anderes als die Anstrengung, die Punkte und Fäden an Ort und Stelle zu halten.

Möge es uns allen gelingen!
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